KEINE ANGST VORM YOGA SUTRA

Das Yoga Sutra liest sich für jeden anders und trifft doch immer irgendwie zu. Es kann zu einer ganz neuen Sicht auf das Selbst führen.
Das Yoga Sutra liest sich für jeden anders und trifft doch immer irgendwie zu. Es kann zu einer ganz neuen Sicht auf das Selbst führen.

 

Im Laufe einer intensiven und regelmäßigen Ashtanga Yogapraxis kommt man früher oder später an den Punkt, an dem es interessant wird, sich mit den Yoga Sutren zu beschäftigen. Man hört und liest immer wieder davon, doch im täglichen Mysore-Unterricht findet die Philosophie in der Regel wenig Platz. Meine erste Lehrerin hat mich gelegentlich mit kleinen Philosophie-Häppchen angefüttert. Auch einer meiner späteren Lehrer meinte irgendwann, es sei an der Zeit, mal in die Sutren einzusteigen – und beließ es bei der Ankündigung. Ich nahm das so hin, wartete, aber nichts geschah.

 

Ein Buch mit 7 Siegeln

 

In meiner Vorstellung wurden diese Schriften damit immer mystischer und geheimnisvoller. Bei dem sogenannten achtgliedrigen Pfad des Yoga schien es sich offensichtlich um eine Art persönliches Geheimwissen zu handeln, das man sich holen und erarbeiten muss anstatt vergebens darauf zu warten, es auf einem Silbertablett serviert zu bekommen. Ich wurde immer neugieriger und irgendwann hielt ich es nicht mehr aus, kaufte mir eine Übersetzung, las sie in einem Rutsch durch – und staunte nicht schlecht.

 

Darauf war ich nicht gefasst gewesen: Erwartet hatte ich ein schweres, theoretisches und hochphilosophisches Werk, das man sich in jahrelangen Studien erlesen muss,  um ein guter Yogi zu werden. Mythen, Gleichnisse, Wunder. Oder das schrittweise akademische Abarbeiten der acht Stufen bis hin zu samadhi, der Erleuchtung.

 

Der Blick in einen magischen Spiegel.

 

Zu meiner Überraschung war es das glatte Gegenteil. Was ich las, war trotz des hohen Alters des Textes zeitlos, pragmatisch und sehr nah am Leben. Unterm Strich fand ich in diesem Buch haargenau beschrieben, was unter der Oberfläche in uns passiert, wenn wir regelmäßig und diszipliniert Yoga üben. Nicht mehr und nicht weniger. 

 

weiterlesen


Gastbeitrag für das AYI Magazin von Ronald Steiner.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Heike (Freitag, 17 Februar 2017 07:09)

    Wow, ich liebe deine liebevoll gestalteten Bilder zum Artikel. Wirklich schön!

REKLAME